Das Jahr des 25-jährigen Bestandsjubiläums 1994 bedeutete eine erhebliche Zäsur in der Geschichte des Badener Kammerchores. Willy Kreuzer hat sein "drittes Kind" - so bezeichnete er den Chor öfters - in die Unabhängigkeit entlassen. Der Chor ist im wahrsten Sinne des Wortes erwachsen geworden, der Stamm der aktiven Sänger in den einzelnen Stimmgattungen blieb in den letzen Jahren unverändert. Nicht mehr Schüler und Studenten, sondern ein Freundeskreis junger Erwachsener prägt nunmehr den Chor. Den Vorteilen der Homogenität in den Stimmen durch seit Jahren "zusammengesungene" Mitglieder steht eine gesteigerte zeitliche Inanspruchnahme durch berufliche und familiäre Pflichten gegenüber. In der ersten Hälfte der Neunziger-Jahre werden somit die Auslandsreisen selten; bei den Aufführungen dieses Zeitabschnittes sind Orffs "Carmina burana" im Jahr 1990 unvergesslich, ebenso die Aufführungen der Matthäuspassion 1992 und 1993.

Der Wechsel des Chorleiters 1994 - Prof. Christian Wiesmann trat an die Stelle des Gründers Prof. Willy Kreuzer, nachdem er bereits in den Siebziger-Jahren Obmann- ud Chorleiterstellvertreter war, führte den Chor in gewisser Weise wieder zurück an seine Wurzeln zu anspruchsvoller A-capella-Chorliteratur. Es gibt nun keine Auslandsreisen mehr, das Sommerprogramm ist geprägt von Chorwochen "mit Kind und Kegel".

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